Flugplatz Schwarze Heide

Der Verkehrslandeplatz Schwarze Heide ist ein Flugplatz in der Kirchheller Heide im nördlichen Ruhrgebiet.
Der Flugplatz wird gemeinsam von der Stadt Bottrop, der Gemeinde Hünxe, der Stadt Dinslaken, der Stadt Voerde und dem Kreis Wesel betrieben.
Er ist, wie auch der Flugplatz Marl-Loemühle, ein Teil der Route der Industriekultur.
Am Pfingstwochenende 2014 wird auf dem Flugplatz Schwarze Heide erstmals das HipHop-Festival Out4Fame gefeiert.

Geschichte
Am 1. Mai 1940 wurde auf dem Gelände des heutigen Flugplatzes der Fliegerhorst Kirchhellen in Betrieb genommen. Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe die hier zwischen 1940 und 1945 stationiert waren.

Im Jahre 1957 beauftragten der Luftsportverein Dinslaken und der Fliegerclub Gladbeck ihre Vorsitzenden, ein geeignetes Gelände für die Errichtung eines Flugplatzes zu finden. Die Wahl fiel auf das Gelände „Schwarze Heide“. 1958 wurden durch die Beauftragten der Vereine ca. 50 Morgen Land angepachtet und bereits im Herbst konnten die ersten Segelflugzeuge starten. 1959 wurde offiziell mit dem Segelflug begonnen. Da die anfallenden Pachtkosten für die Segelfluggruppen eine zu hohe Belastung darstellten, wurde der Flugplatz auch für Motorflugzeuge geöffnet und am 6. Januar 1960 die Flugplatzgesellschaft Schwarze Heide e. V. gegründet. 1961 trat der Kreis Dinslaken dem Verein bei, andere Gebietskörperschaften folgten. Im Verlaufe der Jahre kaufte der Kreis Dinslaken 120 Morgen Gelände für die Nutzung als Flugplatz.
Nach dem Bau der ersten Flugzeughalle im Jahr 1961 wurde in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium NRW eine Planung als Nahverkehrslandeplatz erstellt. Das Konzept sah den Ausbau mit einer 1.000 m langen Startbahn und die Befestigung der Zuwegungen vor. Diese Planung wurde jedoch wegen ungeklärter Grundstücksfragen nicht realisiert.
1964 musste der Flugbetrieb wegen des benachbarten Munitionszerlegebetriebes für einige Monate unterbrochen werden. Verhandlungen mit dem Innen- und dem Wirtschaftsministerium NRW führten zu einer Wiederzulassung des Flugbetriebes. Ergebnis der Verhandlungen war aber auch eine Absichtserklärung zum weiteren Ausbau des Flugplatzes. Nach Einholen eines Gutachtens konnte die frühere Planung eines Verkehrslandeplatzes neben dem Munitionszerlegebetrieb nicht mehr aufrechterhalten werden. 1969 wurde daher eine neue Planung in Auftrag gegeben, die auf dem jetzigen Flugplatzgelände einen Verkehrslandeplatz der Klasse 1 – nur für den Motorflug – vorsah. Der Segelflug sollte auf das im Besitz des Kreises Dinslaken befindliche Gelände am Heidhof ausgelagert werden. Trotz Zustimmung der zuständigen Luftfahrtbehörde wurde der Antrag Anfang 1971 durch den Leiter der Luftfahrtabteilung im Wirtschaftsministerium abgelehnt. Die Errichtung eines Regionalflughafens wurde insbesondere unter Berücksichtigung der bestehenden militärischen Tieffluggebiete verworfen.
1972 beschloss die Flugplatzgesellschaft den Ausbau zum Verkehrslandeplatz Klasse 2 mit Segelfluggelände. Dafür wurde am 19. Dezember 1977 eine Flugplatz-GmbH gegründet.

Beschreibung
Die 1500 Meter lange und 30 Meter breite, asphaltierte Start- und Landebahn verfügt über eine Befeuerung mit Schwellenblitzen in beiden Anflugrichtungen. Der Flugplatz ist im Sommer von 08:00 bis 20:30 Uhr und im Winter von 09:00 bis Sonnenuntergang + 30 Minuten für den Flugbetrieb geöffnet. Starts und Landungen sind nach vorheriger Anmeldung durch den Piloten zusätzlich von 06:00 bis 08:00 und von 20:30 bis 22:00 Uhr möglich. Der Platz verfügt über eine Sichtflug-Nachtflugbefeuerung und eine Präzisions-Anflugpfadbefeuerung (sog. PAPI = Precision Approach Path Indicator).
Der Verkehrslandeplatz Schwarze Heide gilt als beliebtes Freizeitziel für Fahrradfahrer und Spaziergänger. Er bietet Freizeit- und Geschäftsflüge mit motorisierten Flugzeugen, Segelflugzeugen, Ultraleichtflugzeugen und Hubschraubern. Der Flugplatz ist Standort mehrerer Flugschulen, des Landesleistungszentrums für Segelflug und der Extra Flugzeugproduktions- und Vertriebs GmbH.
Verschiedentlich finden am Flugplatz auch öffentliche Flugtage mit unterschiedlichen Attraktionen und Flugvorführungen statt.
Das Rufzeichen des Verkehrslandeplatz im Flugfunkdienst lautet „Dinslaken Info“, die Frequenzen liegen auf 122.700 MHz (Platz) und 123.500 MHz (Segelflug).

Ausbau der Startbahn
Plänen zur Vergrößerung des Flugplatzes wurde am 11. November 2008 von der Bezirksregierung zugestimmt. Der geplante Ausbau der Landebahn von 900 m auf 1500 m begann am 17. Februar 2010 durch die Firma Oevermann.[3] Die Investitionskosten für den Ausbau in Höhe von 6,5 Mio Euro übernimmt zur Hälfte das Land NRW. Die verbliebenen 50 % tragen die fünf Betreiberkommunen: Bottrop, Hünxe, Voerde, Dinslaken sowie der Kreis Wesel. Da die Stadt Bottrop 49 % der Gesellschafteranteile hält, kommt sie für den größten Anteil auf, der ca. 1,6 Millionen Euro entspricht. Der Ausbau war notwendig geworden, damit nach der Verschärfung der europäischen Sicherheitsrichtlinien die derzeitige Nutzung auch künftig möglich bleibt. Bis zum Herbst 2010 soll die Startbahn ausgebaut werden; bis dahin können noch Maschinen auf der Gras- oder der Asphaltpiste landen, sofern keine besondere Beeinträchtigung entsteht. Das Unternehmen kündigte an, Piloten nun über mögliche Behinderungen zu informieren, damit sich diese entscheiden können. Durch die erweiterte Startbahn können bis zu 600 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Örtlichkeit
Der Flughafen liegt laut Anschrift in Hünxe, dagegen wird der offizielle Name auch als „Dinslaken – Schwarze Heide“ und die offizielle Lage immer als 1,9 Seemeilen nord-westlich von Kirchhellen angegeben.
Teile der Landebahn befinden sich sowohl im Bereich der Ortschaft Hünxe, als auch auf Bottroper Gebiet. Kirchhellen ist ein Stadtteil von Bottrop. Da dies die nächstgelegene Ortschaft ist, wird sie auch so in der AIP erwähnt: 1,9 NM NW von Kirchhellen.

Segelflug
Der Flugplatz Schwarze Heide wurde 1985 vom Landesverband NRW des Deutschen Aero Club e. V. zum Landesleistungsstützpunkt Segelflug ernannt, mit dem Ziel, besonders junge Piloten an den Überland- und Wettbewerbsflug heranzuführen. Ansässige Vereine sind unter anderen der Luftsportverein Dinslaken, Luftfahrt-Verein Bottrop, Flugsportverein Gladbeck, Flugsportverein Oberhausen und der Fliegerclub Gladbeck & Kirchhellen.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Flugplatz Schwarze Heide aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Für die Anreise mit dem Navi geben Sie bitte folgende Adresse ein:

Schwarze Heide
46569 Hünxe

Geodaten: 51.613910, 6.860675  (kopieren und einfügen bei Google Maps)

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1 Antwort
  1. Zarski,Daniel
    Zarski,Daniel says:

    Ich besuche den Flugplatz seit Jahren,weil mir dort alles gefällt und ich meine meiste Freizeit dort verbringe.ich schaue mir unter anderem gerne
    die starts und landungen an.Kunstflug ist mit im Programm.
    herzliche grüsse
    Daniel Zarski aus Dinslaken

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