Jüdisches Museum Westfalen in Dorsten

Das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten zeigt in seiner Ausstellung die Religion und Kultur der Juden in Deutschland und insbesondere die Geschichte des Judentums in Westfalen. Dem Museum ist ein Lehrhaus mit einer Bibliothek, in dem regelmäßig Kulturveranstaltungen stattfinden, angeschlossen. Im August 2013 wurde das Museum in die Rote Liste Kultur des Deutschen Kulturrates eingetragen, in der es als gefährdet[1] eingestuft ist.[2] Ehrenamtlicher Leiter des Museums ist der Sozialwissenschaftler Norbert Reichling.

Geschichte
Das heutige Museum ging aus der seit 1982 bestehenden Dorstener Bürgerinitiative und Forschungsgruppe „Regionalgeschichte/Dorsten unterm Hakenkreuz“ hervor, die zuvor eine Buchreihe zur Dorstener Geschichte herausgegeben und eine lokalgeschichtliche Ausstellung erarbeitet hatte. Während der Recherche für den Band über die jüdische Gemeinde in Dorsten, bis 1932 als Synagogenhauptgemeinde der Fläche nach zweitgrößter jüdischer Gemeindebezirk Deutschlands, stellte sich heraus, dass bei großen Teilen der Bevölkerung und der Forschungsgruppe selbst anstelle von Wissen eine „tiefwurzelnde Unwissenheit in bezug auf das Judentum“ und „Vorurteile als Relikte des christlichen Antijudaismus und neuzeitlichen Antisemitismus“ existierten.[3] Aus dieser Erkenntnis und einer unerwartet entstandenen Sammlung von Überresten der jüdischen Geschichte, die von Zeitzeugen, Angehörigen und Freunden der vertriebenen Juden der Forschungsgruppe übergeben wurden, entstand die Idee einer öffentlichen Präsentation und Dokumentation.

Die Bürgerinitiative gründete 1987 den Verein für jüdische Geschichte und Religion e. V. und fasste unter dem Arbeitstitel „Dokumentationszentrum für jüdische Geschichte und Religion“ den Plan, ein Museum einzurichten.[4] Dieses Museum sollte vor allem Nichtjuden die jüdische Kultur und die regionale jüdische Geschichte vermitteln und zum Ort des Lernens werden. Im November 1987 begann die Forschungsgruppe, unter dem Namen „Sammlung Judaica Dorsten“ privat finanziert einen Grundstock an historischen Exponaten zu sammeln.

Mit neuen Geldquellen wie Objektpatenschaften, Darlehen und Zuschüssen des Landes Nordrhein-Westfalen, des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und vor allem der Nordrhein-Westfalen-Stiftung sowie Unterstützung durch die Stadt Dorsten war es dem Verein möglich, Judaica, wertvolle Kultusgegenstände und Dokumente zu erwerben. Durch Schenkungen und Leihgaben von Privatpersonen, Museen, Institutionen, der jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Recklinghausen und der israelischen Stadt Hod haScharon wurde die Sammlung erweitert.

Ein Altstadtbau im Eigentum der Stadt Dorsten wurde mit Landesmitteln für etwa 2,3 Mio. DM saniert und an den Verein vermietet. Das Museum wurde am 28. Juni 1992 im Beisein des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Johannes Rau, des israelischen Botschafters Benjamin Navon und des Regierungspräsidenten Erwin Schleberger feierlich eröffnet.[8][7] Der Namenszusatz „Westfalen“ wurde kurz vor der Eröffnung beschlossen, um die Stellung als einziges jüdisches Museum Westfalens hervorzuheben, obwohl die Sammlung zunächst wenige Exponate westfälischer Provenienz enthielt.

Seit 1999 unterstützt die Stiftung „Jüdisches Museum Westfalen“ die Museumsarbeit finanziell. 2001 erfolgte ein größerer Anbau, der die Ausstellungsfläche um etwa 280 m² erweiterte und Platz für einen Veranstaltungsraum und ein Foyer schuf.[10] Am 26. August 2001 wurde die Neueröffnung des Museums mit einer völlig neu gestalteten Dauerausstellung gefeiert. Eine Renovierung des Altbaus erfolgte im Jahr 2002. Im Januar 2004 wurde die Dauerausstellung des Museums um eine Ausstellung zur regionalen Geschichte der Juden erweitert. Im Mai 2006 wählten die Mitglieder des Trägervereins den bisherigen Schriftführer Norbert Reichling zum Vorsitzenden des Vereins und Leiter des Museums. Die Gründungsvorsitzende Johanna Eichmann wurde kurz nach ihrem 80. Geburtstag zur Ehrenvorsitzenden gewählt. Im Herbst 2012 konnte der Verein 20 Jahre Museum feiern, 25 Jahre Vereinsarbeit und 30 Jahre regionale Forschung.

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Julius-Ambrunn-Straße 1
46282 Dorsten

Geodaten: 51.659366, 6.967347  (kopieren und einfügen bei Google Maps)

Jüdisches Museum Westfalen von NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege

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