VfL Bochum 1848 Fußballgemeinschaft e.V.

Der Verein für Leibesübungen Bochum 1848 Fußballgemeinschaft e. V. (kurz: VfL Bochum) ist ein 1938 entstandener Sportverein aus Bochum, dessen Ursprünge bis auf das Jahr 1848 zurückreichen. Dem Gesamtverein gehören ca. 7000 Mitglieder an. Davon sind ca. 2300 Fußballer, wobei diese inzwischen als VfL Bochum 1848 Fußballgemeinschaft e. V. offiziell einen eigenen Verein bilden.
Neben Fußball betreibt der VfL Bochum noch die Sportarten Badminton, Basketball, Fechten, Handball, Hockey, Leichtathletik, Schwimmen, Tanzsport, Tennis, Tischtennis, Turnen und Volleyball.

Sportliche Entwicklung
1938–1945: Gauliga
Sportlich war der geschaffene Großverein zunächst ein Gewinn. Der VfL blieb bis zur kriegsbedingten Einstellung des Spielbetriebs Gauligist, wurde in der Saison 1938/39 erneut Vizemeister Westfalens und belegte 1939/40 und 1941/42 den dritten Platz. Ab 1943 bildete der VfL mit Preußen 07 Bochum eine so genannte Kriegsspielgemeinschaft (KSG), die 1944/45 aber nur noch zwei Spiele austrug.

1945–1965: Nachkriegsjahre
Anders als die meisten 1938 durch Fusion entstandenen Vereine wurde der VfL Bochum nach dem Krieg nicht wieder getrennt. In den ersten Nachkriegsjahren spielte der Verein kaum eine Rolle. Erst nach acht Jahren in der Landesliga Westfalen und der 2. Oberliga West gelang 1953 der Aufstieg in die erstklassige Oberliga West. Meist beendete er die Saison in der unteren Tabellenhälfte, 1955 und 1961 stieg er jeweils als Tabellenletzter ab. 1956 stiegen die Bochumer direkt wieder auf, zwei Jahre nach dem zweiten Abstieg mussten sie in die drittklassige Verbandsliga Westfalen.

1965 stiegen die Bochumer in die zwei Jahre zuvor gegründete zweitklassige Regionalliga West auf. In den Spielen um die Westfalenmeisterschaft zwischen den beiden Staffelsiegern der Verbandsliga Westfalen gab es gegen die SpVgg Erkenschwick ein 4:1 in Bochum und ein 2:3 in Erkenschwick. Das Entscheidungsspiel in Recklinghausen endete nach Verlängerung 1:1. Die Statuten sahen zu diesem Zeitpunkt einen Losentscheid durch Münzwurf vor. Ein solcher entschied zugunsten des VfL Bochum.

1965–1971: Regionalliga West
Nachdem der VfL Bochum im ersten Jahr nur auf Rang zwölf gelandet war, gehörte die Mannschaft ab 1966 zur Spitzengruppe der Regionalliga West. 1968 stand der VfL im Endspiel um den DFB-Pokal, das er im Südweststadion zu Ludwigshafen gegen den 1. FC Köln mit 1:4 verlor. 1971 schaffte das Team unter Trainer Hermann Eppenhoff nach der zweiten Regionalliga-Meisterschaft in Folge durch eine souveräne Aufstiegsrunde mit sieben Siegen aus acht Spielen den Sprung in die Bundesliga.

1971–1993: Bundesliga
In den folgenden 22 Jahren hielt sich der Verein im Oberhaus, ohne eine bessere Platzierung als den achten Tabellenplatz (1978/79) zu erreichen. Zumeist war der VfL im Mittelfeld, nicht selten auch nahe der Abstiegszone platziert und er musste sich aus finanziellen Gründen am Saisonende oft von seinen Leistungsträgern trennen. Häufig fand sich die Mannschaft auch im Abstiegskampf wieder.

Im Mai 1990 schloss der VfL die Saison als 16. ab; er durfte aber dennoch in der Bundesliga bleiben, da er sich in zwei Relegationsspielen gegen den 1. FC Saarbrücken durchsetzte. Der VfL gewann das Hinspiel in Saarbrücken durch ein Elfmetertor von Thorsten Legat mit 1:0, im Rückspiel reichte daheim dann ein 1:1, Bochums Torschütze war Uwe Leifeld.

1993–2010: Ab- und Aufstiege und UEFA-Pokal
Während der Saison 1992/93 begannen die Fans des VfL, ihre Mannschaft als die „Die Unabsteigbaren“ zu bezeichnen.[3] Im Sommer stieg der VfL nach 22 Spielzeiten erstmals aus der Bundesliga ab. Hatte man sich im Sommer 1990 noch in den Relegationsspielen retten können, gab nun ein einziger Punkt, den die Mannschaft weniger verbuchte als Dynamo Dresden, den Ausschlag. Nach nur acht Punkten in der Hinrunde wurde die Aufholjagd der Rückserie unter Trainer Jürgen Gelsdorf am Ende nicht mehr belohnt. Da der Kontrollausschuss des DFB die Lizenzvergehen des 1. FC Dynamo Dresden erst zur nächsten Spielzeit mit Punktabzug bestrafte, hielt der Abstieg auch am Grünen Tisch stand.

Es begann ein Auf und Ab, ein Pendeln des VfL in den folgenden vier Jahren zwischen Bundesliga und Zweiter Liga. In ihrer ersten Zweitligasaison feierten die Bochumer einen souveränen Start-Ziel-Sieg, ab dem zweiten Spieltag führte das Team die Tabelle an und gab den ersten Platz bis zum Ende der Spielzeit nicht mehr aus der Hand. Doch 1995 stand bereits der zweite Abstieg fest. Jürgen Gelsdorf trat während der Saison zurück und Klaus Toppmöller wurde als neuer Trainer verpflichtet. Am drittletzten Spieltag verlor der VfL das vorentscheidende Spiel in Uerdingen mit 1:2. Unter Toppmöller gelang erneut der direkte Wiederaufstieg, mit 17 Punkten Vorsprung vor einem Nichtaufstiegsplatz und 12 Punkten Vorsprung auf die zweitplatzierten Bielefelder wurde auch nach dem Umbruch in der Mannschaft abermals die Zweitligameisterschaft gefeiert.

Sogar eine Konsolidierung im Oberhaus gelang Toppmöller, der das Team als Aufsteiger in der Saison 1996/97 zu einem ersten größeren Erfolg führte. Zum ersten Mal in seiner Geschichte erreichte das Team einen UEFA-Pokal-Platz. Im folgenden Wettbewerb erreichte die Mannschaft trotz der Hinspielniederlagen bei Trabzonspor und FC Brügge durch hohe Heimsiege in den Rückspielen das Achtelfinale. Hier setzte sich der hohe Favorit Ajax Amsterdam durch, obwohl der VfL im Hinspiel in Amsterdam mit 2:0 hatte in Führung gehen können.

In der Bundesliga folgte schon ab 1999 eine erneute Phase der Auf- und Abstiege, an deren Ende im Sommer 2002 der vierte direkte Wiederaufstieg des VfL in die Bundesliga stand. Dieser wurde erst am letzten Spieltag durch einen 3:1-Sieg in Aachen gesichert.

Unter Trainer Peter Neururer spielte die Mannschaft in der Bundesligasaison 2002/03 zunächst sehr erfolgreich und stand zwischenzeitlich an der Tabellenspitze. Am Ende schloss das Team auf dem neunten Tabellenplatz ab.

Am 22. Mai 2004 beendete der VfL Bochum die für ihn erfolgreichste Saison seiner Vereinsgeschichte mit Platz 5 vor Borussia Dortmund und FC Schalke 04. Damit durfte der Verein zum zweiten Mal am UEFA-Pokal teilnehmen. Die Mannschaft holte insgesamt 56 Punkte, so viele wie nie zuvor, und stellte mehrere Rekorde auf. In 13 Heimspielen blieb der VfL ohne Gegentor und sein Torwart Rein van Duijnhoven blieb in Heimspielen 911 Minuten lang ohne Gegentreffer – bis heute Bundesliga-Rekord.

Neururers Dienstzeit endete mit dem 34. Spieltag der Saison 2004/05, als der VfL trotz eines 1:0-Sieges beim Hamburger SV erneut absteigen musste. In dieser Saison war der VfL Bochum im UEFA-Pokal durch ein 0:0 und ein 1:1 gegen Standard Lüttich ausgeschieden und hatte damit den Einzug in die Gruppenphase nur knapp verpasst.

Neuer Cheftrainer wurde der Schweizer Marcel Koller; zum 1. April 2006 wurde Stefan Kuntz Sportdirektor. Mit Abschluss der Saison 2005/06 schaffte Bochum als Zweitligameister erneut den Wiederaufstieg. Mit fünf direkten Wiederaufstiegen ist der VfL damit „Rekordwiederaufsteiger“ der Bundesliga.

Verpflichtet wurden im Sommer 2006 der Rechtsverteidiger Benjamin Lense vom 1. FC Nürnberg, Christoph Dabrowski von Hannover 96, Oliver Schröder von Hertha BSC, Ivo Iličević vom Regionalligisten Darmstadt 98 sowie Torhüter Alexander Bade vom 1. FC Köln und Stürmer Benjamin Auer vom 1. FSV Mainz 05. Nach Saisonbeginn wurde noch als Ersatz für Edu der griechische Nationalspieler Theofanis Gekas für ein Jahr auf Leihbasis (mit Kaufoption bei Klassenerhalt) geholt. In der Winterpause wurde der Kader durch den tschechischen Torhüter Jaroslav Drobný, den algerischen Verteidiger Anthar Yahia sowie den Kameruner Offensivspieler Joël Epalle verstärkt.

Zum Jahreswechsel 2007 konnte der VfL auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern. Mit einem Sieg in Mönchengladbach schloss Bochum die Saison 2006/07 auf dem 8. Platz ab. Mit vier aufeinanderfolgenden Auswärtssiegen konnte in dieser Saison ein neuer Vereinsrekord aufgestellt werden. Theofanis Gekas wurde mit 20 Treffern Torschützenkönig 2007, wechselte aber anschließend zu Bayer 04 Leverkusen.

In den beiden folgenden Spielzeiten musste der VfL – wie fast schon üblich – gegen den Abstieg kämpfen. Mit einem zwölften Platz in der Saison 2007/08 und Rang 14 in der Spielzeit 2008/09 konnte der Klassenerhalt jedoch jeweils sichergestellt werden. Als jedoch auch die Saison 2009/10 mit nur vier Punkten aus sechs Spielen unbefriedigend begann, wurde Trainer Koller entlassen und zunächst durch seinen Co-Trainer Frank Heinemann ersetzt. Am 28. Oktober 2009 präsentierte der VfL als neuen Trainer Heiko Herrlich, der mit einem Vertrag bis 2012 ausgestattet wurde. Nach einer Serie von zehn sieglosen Spielen und dem Abrutschen auf den Relegationsplatz wurde Herrlich Ende April 2010 wieder entlassen. Dennoch stieg der Verein am 8. Mai 2010 unter Interimstrainer Dariusz Wosz als Tabellenvorletzter ab.

seit 2010[Bearbeiten]
Zur Saison 2010/11 übernahm Friedhelm Funkel den VfL und erreichte nach einem schwachen ersten Saisondrittel immerhin noch Platz 3 (zwischenzeitlich gelangen 15 Ligaspiele in Serie ohne Niederlage); in der Relegation mussten sich die Bochumer dann Borussia Mönchengladbach knapp geschlagen geben (0:1 und 1:1) und verpassten erstmals den direkten Wiederaufstieg.

Nach vier Niederlagen in Folge und dem 17. Tabellenplatz am siebten Spieltag der Saison 2011/12 wurde der 57-jährige Funkel am 14. September 2011 entlassen. Für ihn übernahm am 15. September der ehemalige Trainer von Hannover 96 und dem FC St. Pauli, Andreas Bergmann, die Leitung.

Nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg in der Saison 2012/13 der 2. Fußball-Bundesliga wurde Bergmann am 28. Oktober 2012 beurlaubt. Der bisherige Co-Trainer Karsten Neitzel, für ein Pokal- und ein Ligaspiel Interimstrainer, wurde am 6. November 2012 neuer Chefcoach des VfL. Doch auch unter Neitzel wollte sich kein dauerhafter sportlicher Erfolg einstellen; der VfL festigte seine Platzierung in der Abstiegsregion der 2. Bundesliga. Am 8. April 2013 entband der Verein Trainer Neitzel und Sportvorstand Jens Todt von ihren Aufgaben. Todts Funktionen übernahm am 9. April 2013 Heinz Knüwe.[9] Zuvor hatte die Mannschaft das Heimspiel gegen Erzgebirge Aue mit 0:3 verloren und war auf Tabellenplatz 16 abgerutscht. Nachfolger von Neitzel wurde der frühere Trainer des VfL, Peter Neururer. Er erhielt zunächst einen Vertrag bis Saisonende.[10] Nachdem Neururer der Klassenerhalt gelungen war, verlängerten er und der VfL seinen Kontrakt bis 2015.

Zu Beginn der Saison 2013/14 wurde Christian Hochstätter neuer Vorstand, verantwortlich für den Bereich Sport. Am vorletzten Spieltag sicherte sich der VfL Bochum trotz einer 0:2-Auswärtsniederlage beim TSV 1860 München den Klassenerhalt, weil gleichzeitig die Tabellennachbarn Dynamo Dresden (16.) und Arminia Bielefeld (17.) Punkte liegen ließen; Dresden verlor in Kaiserslautern mit 0:4, Bielefeld und FSV Frankfurt trennten sich 0:0.

Sportliche Erfolge
Nationale Titel konnte der VfL Bochum nicht gewinnen. Neben 34 Jahren Zugehörigkeit zur Bundesliga und zwei Teilnahmen am UEFA-Pokal stehen noch zwei Endspiele im DFB-Pokal zu Buche. Der VfL Bochum stellte in drei Spielzeiten den Torschützenkönig der Bundesliga. Zuerst erzielte Stefan Kuntz 1985/86 22 Saisontore, dann war Thomas Christiansen in der Saison 2002/03 21-mal erfolgreich und zuletzt gewann Theofanis Gekas in der Saison 2006/07 mit 20 Treffern die Torjägerkanone. Holger Aden erzielte 1992/93 die meisten Tore (28) im Profifußball, davon neun für Bochum.

Bundesliga, DFB-Pokal
DFB-Pokal-Finalteilnahme: 1968 und 1988
Meister 2. Bundesliga: 1993/94, 1995/96 und 2005/06
Aufstieg in die Bundesliga: 1971, 1994, 1996, 2000, 2002, 2006
Einzug in den UEFA-Pokal: 1996/97 und 2003/04 durch einen 5. Platz in der Bundesliga
zweimalige Teilnahme am UEFA-Pokal: 1997/98 und 2004/05
fünfmalige Teilnahme am Intertoto-Cup: 1980, 1987, 1990, 1992 und 1993
viermalige Teilnahme am DFB-Ligapokal: 1972/73, 1997, 2003 und 2004
dreimal Spitzenreiter der Bundesliga (Stand: nach der Saison 2014/15)
Ewige Tabelle der Bundesliga: 13. Platz, 1374 Punkte in 34 Spielzeiten (Stand: nach der Saison 2014/15)[11]
Ewige Tabelle der 2. Bundesliga: 31. Platz, 550 Punkte in 10 Spielzeiten (Stand: nach der Saison 2014/15)[12]
Internationale Spiele[Bearbeiten]
Saison 1997/98 (UEFA-Pokal)

1. Runde: Trabzonspor – VfL Bochum 2:1 und 3:5
2. Runde: FC Brügge – VfL Bochum 1:0 und 1:4
Achtelfinale: Ajax Amsterdam – VfL Bochum 4:2 und 2:2
Saison 2004/05 (UEFA-Pokal)

1. Runde: Standard Lüttich – VfL Bochum 0:0 und 1:1
Personalien und bekannte Persönlichkeiten

Präsidenten
1962–1967 Fritz Schleier
1967–1993 Ottokar Wüst
1993–2003 Werner Altegoer
Seit dem 1. April 2003 wird das operative Geschäft des VfL von einem hauptamtlichen Vorstand geführt, ab 2003 war Ansgar Schwenken (kaufmännischer Bereich, Organisation) Mitglied. Schwenken wurde am 1. Juli 2014 von Wilken Engelbracht abgelöst. Dieter Meinhold (Marketing, Öffentlichkeitsarbeit) trat am 30. Juni 2006 aus dem Vorstand zurück. Vorstandsmitglied mit sportlichem Schwerpunkt waren nacheinander Stefan Kuntz, Thomas Ernst, Jens Todt und Heinz Knüwe; seit dem 8. Juni 2013 besetzt Christian Hochstätter diesen Posten.

Stadien
Bereits seit 1911 spielen Germania Bochum und SuS Bochum als Vorläufervereine des heutigen VfL Bochum auf einem Gelände an der Castroper Straße nördlich der Innenstadt. Damit verfügt der VfL über eine der traditionsreichsten Heimstätten des deutschen Profifußballs.

Das erste dokumentierte Fußballspiel an der Castroper Straße fand am 8. Oktober 1911 zwischen SuS Bochum und dem VfB Hamm statt. In den 20er Jahren baute der Verein das Gelände zu einem der modernsten Stadien in Westdeutschland aus. Bei einem Fassungsvermögen von rund 50.000 Zuschauern fanden hier jährliche Leichtathletikfestivals statt, bei denen unter anderem Jesse Owens und Paavo Nurmi nach Bochum kamen. Am 2. Juli 1922 fand in Bochum erstmals ein Fußball-Länderspiel statt: Deutschland und Ungarn trennten sich 0:0-Unentschieden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Stadion an der Castroper Straße, wie es nun offiziell hieß, in städtischen Besitz über. Der VfL trug hier weiter seine Heimspiele aus, bis Mitte der 70er Jahre durch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen ein Neubau finanziert werden konnte. Während der Bauarbeiten an der Castroper Straße zog der VfL für sechs Bundesliga-Heimspiele ins benachbarte Herne um. Im Stadion am Schloss Strünkede von Westfalia Herne siegte Bochum fünfmal und rettete sich damit im Abstiegskampf.

Seit der offiziellen Einweihung am 30. Juli 1979 spielt der VfL im Ruhrstadion, das zurzeit nach einem Sponsor Rewirpowerstadion benannt ist. Geplant für 42.000 Zuschauer, verfügt das Stadion heute aufgrund der Umwandlung von Steh- in Sitzplätze und des Einbaus großer Videoleinwände diesertage nur mehr über ein Fassungsvermögen von 29.299 überdachten Zuschauerplätzen; davon sind 16.174 Sitzplätze. Obwohl das 27 Jahre alte Stadion mittlerweile eine der ältesten Arenen im deutschen Erstligafußball ist, erfreut sich das Ruhrstadion bei Fans ob seiner Kompaktheit und geringer Distanz zwischen Spielfeld und Rängen besonderer Beliebtheit. Bei einer Umfrage des Fanmagazins Stadionwelt wurde das Ruhrstadion 2004 als beliebtestes Ziel für Auswärtsfahrten in der Bundesliga gewählt. In der 80er und 90er Jahren war das Ruhrstadion Schauplatz einiger Länderspiele der A-Nationalmannschaft, und zwar gegen Finnland (7:1 am 23. Sep. 1981 im Rahmen der Qualifikation zur WM 1982), Jugoslawien (1:1 am 11. Mai 1986) und Ghana (6:1 am 14. Apr. 1993).

Direkt neben dem Stadion befindet sich seit Mitte 2003 das VfL-Stadioncenter. In ihm sind neben einem Fanshop und einer Fangastronomie auch die Geschäftsstelle und VIP-Räume des Klubs untergebracht. Über eine Brücke sind die VIP-Räume und die Haupttribüne des Ruhrstadions direkt miteinander verbunden.

Nach dem Verkauf der Namensrechte an seinem Stadioncenter entschloss sich der VfL Bochum im Sommer 2006 auch für den Verkauf der Namensrechte am Ruhrstadion. Beide Rechte haben die Stadtwerke Bochum erworben, weshalb der VfL Bochum ab der Saison 2006/07 im rewirpowerSTADION spielt.

In direkter Nachbarschaft zum Ruhrstadion liegt die Starlighthalle (Starlight Express) und der neu erbaute RuhrCongress. Das Stadion ist mit den Straßenbahnlinien 308 und 318 der BOGESTRA zu erreichen. Außerdem verfügt es an der A 40 über eine eigene Autobahnausfahrt.

Fans
Der älteste eingetragene Fanclub des VfL Bochum, die Bochumer Jungen, wurde am 15. Mai 1972 gegründet. Mitglieder der Ultrà-Bewegung gründeten 1999 die übergreifende Gruppierung Ultras Bochum 1999 (UB’99). Die Fans des VfL stehen bei Heimspielen traditionell in der Ostkurve des Ruhrstadions, oder sitzen im angrenzenden Block A. Gästefans stehen gegenüber in der Westkurve.

Auf Ultraebene besteht eine Fanfreundschaft zu den Fans des FC Bayern München („Schickeria“) und des italienischen Vereins FC Bologna („Ultras Bologna – Ultrà Rossoblù“, „Freak Boys“). Außerdem besteht eine Fanfreundschaft mit dem englischen Premier-League-Club Leicester City. Rivalitäten herrschen gegenüber den Lokalrivalen aus Dortmund und Schalke sowie Arminia Bielefeld. In den 1990er Jahren herrschte eine besondere Rivalität gegenüber der SG Wattenscheid 09, was mit der lokalen Geschichte – der Eingliederung Wattenscheids in die Stadt Bochum – zu erklären ist.

Prominente Fans des VfL Bochum
Neben dem Musiker Herbert Grönemeyer, der auch Mitglied des Vereins ist, sind noch der Politiker Wolfgang Clement, der Schriftsteller Frank Goosen, der Journalist Christoph Biermann, die Schauspieler Hans Werner Olm, Uwe Fellensiek, Joachim Hermann Luger und Armin Rohde, die Fernsehmoderatorin Daniela Fuß, der Autor und Filmemacher Ben Redelings und die Fernsehpolizisten Toto & Harry als Sympathisanten des VfL bekannt.

Bemerkenswertes
Am 18. September 1976 verlor der VfL Bochum sein Heimspiel gegen Bayern München nach 4:0-Führung noch mit 5:6. In Reihen der Münchner standen mit Sepp Maier, Georg Schwarzenbeck, Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß und Gerd Müller fünf Spieler, die 1974 Weltmeister geworden waren. Nicht nur deshalb war schon die 3:0-Führung zur Halbzeit eine Überraschung. Vor weniger als 20.000 Zuschauern erzielte Hoeneß schließlich in der 89. Minute den 6:5-Siegtreffer für die Bayern. Wegen der Dramatik und der Menge der erzielten Tore wurde das Spiel in Bochumer Kreisen oft als Jahrhundertspiel bezeichnet.

In der Saison 1995/96 ließen sich die Spieler Peter Peschel, Thomas Ernst, Thomas Reis und Peter Közle eine Glatze schneiden. Eine weitere Rasur erfolgte nach dem Erreichen des UEFA-Pokals am Ende der Saison 2003/04. Trainer Peter Neururer wurde der Schnauzbart nach dem entscheidenden Spiel gegen Hannover 96 noch im Ruhrstadion abrasiert.

Theofanis Gekas war der dritte Torschützenkönig im Trikot des VfL Bochum. Alle drei Torschützenkönige verließen nach dem Gewinn dieses Titels den VfL.

Im Februar 2013 wurde durch die Bogestra eine VfL-Straßenbahn präsentiert, die komplett in den Vereinsfarben gehalten ist und mit entsprechenden Logos als Imageträger unterwegs ist.

Seit einigen Jahren besitzt der VfL ein eigenes lebensgroßes Maskottchen namens Bobbi Bolzer, das einer graublauen Maus nachgebildet ist.

Die längste Vereinszugehörigkeit hatte Helmut Niedringhaus (1922–2015), der 82 Jahre lang Mitglied des VfL war.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel VfL Bochum aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Für die Anreise mit dem Navi geben Sie bitte folgende Adresse ein:

Geschäftsstelle:
Castroper Straße 145
44791 Bochum

Geodaten: 51.490463, 7.236429  (kopieren und einfügen bei Google Maps)

 

Stadion:
rewirpowerSTADION
Castroper Straße 146
44798 Bochum

Geodaten: 51.489930, 7.236493  (kopieren und einfügen bei Google Maps)

 

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VfL Bochum
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3 Kommentare
  1. Ulrich Sch.
    Ulrich Sch. says:

    Aus gegbenem Anlass: Dies ist hier meine 1. Aussage:
    Unser Ruhrstadion ist das, mit der besten Stimmung im Pott und Überhaupt!

    (Wird es wieder moniert?)

    Antworten

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