Zeche Auguste Victoria Schacht 3/7 in Marl

Im Jahr 1923 begann man etwa 2,5 km nördlich von Schacht 1/2 mit den Teufarbeiten für den Schacht 3. Geplant war eine Doppelschachtanlage. Wegen der Ruhrbesetzung im Januar 1923 mussten die Arbeiten jedoch bis 1925 eingestellt werden. Die Besetzung durch französische und belgische Truppen führte auch zu einem Rückgang der Kohleförderung. Der Betrieb der Zeche wurde durch die Abgaben an die Besatzungsmächte zunehmend unrentabel. Erst nach Ende der Besetzung normalisierte sich der Betrieb einigermaßen, obwohl der Kohleabsatz zunächst stagnierte weil auch die Kohleabnehmer unterbeschäftigt waren. Die Teufarbeiten am Schacht 3 wurden 1925 aber wieder aufgenommen. Ein Jahr später erreichte der Schacht bei circa 680 m das Karbon.

Kurz vor der Inbetriebnahme des Schachtes AV 3 brachen am 24. Juli 1927 Schwimmsande ein und verschütteten fünf Bergleute. Die Arbeit an Schacht 3 wurde daher vorerst eingestellt und konnte erst 1937 wieder aufgenommen werden.

1934 begannen die Aufwältigungsarbeiten von Schacht 3, der 1937 in Betrieb gehen konnte. Westlich von Schacht 3 entstanden die Chemischen Werke Hüls. 1937 übernahm die IG Farbenindustrie AG die Zeche, die aber ihren Namen behalten durfte. 1938 erreichte die Jahresförderung von Auguste Victoria 1,5 Millionen t, in der Kokerei wurden 521.000 t Koks produziert. Im gleichen Jahr begann auf Schacht 4/5 der Abbau der 1930 zufällig entdeckten Blei-Zink-Erzvorkommen im „William-Köhler-Gang“. 1939 wurde 3 Kessel eines neuen Hochdruckkesselkraftwerks in Betrieb genommen.

1950 wurde Schacht 6, am westlichen Rand des Waldgebietes Die Haard, etwa zwei Kilometer östlich von Schacht 3 geteuft. 1951 erreichte er bei 714 m Teufe Kohle und ging im folgenden Jahr in Betrieb. In den 1950er Jahren wurden ca. 20 % der deutschen Erzproduktion auf Auguste Victoria abgebaut. Allein 1956 wurden von den 1.478 Beschäftigen des Erzabbaubetriebes 349.000 t Erz gefördert. Der Erzabbau wurde jedoch unwirtschaftlich, so dass er 1962 aufgegeben wurde. Bis dahin wurden von etwa insgesamt 5,5 Millionen t Blei-Zink-Erz und etwa 400 t Silber abgebaut. Die Schachtanlage 4/5 diente fortan als Wetterschacht.

Schacht 7 wurde ab 1957 in unmittelbarer Nähe von Schacht 3 geteuft und ging 1960 in Betrieb. Schacht 7 wurde als Förderschacht des Bergwerks mit einer Skipanlage ausgerüstet. Die entstandene neue Doppelschachtanlage übernahm 1966 die Förderung von der Schachtanlage 1/2, Letztere wurde mitsamt der Kokerei stillgelegt. Schacht 5 wurde 1968 verfüllt und der Förderturm abgerissen.

Das Bergwerk Auguste Victoria produziert noch; an den Standorten Schacht 3/7,Schacht 8 und 9 wird noch Steinkohle abgebaut. Insgesamt sind dort circa 3800 Menschen beschäftigt. Nachdem das Haltern-Feld abgedämmt ist und die beiden Schächte Haltern 1 und 2 verfüllt sind, heißt das Bergwerk seit dem 1. Januar 2007 wieder Bergwerk Auguste Victoria.

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45772 Marl

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Zeche Auguste Victoria Schacht 3/7
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