Zeche General Blumenthal Schacht 7 in Recklinghausen

Die Zeche General Blumenthal war ein Steinkohlenbergwerk in Recklinghausen. Namensgeber für das Bergwerk war der Generalfeldmarschall Graf Leonhard von Blumenthal. Die Gewerkschaft General Blumenthal gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikats. Das Bergwerk hat eine 120-jährige Geschichte und war über 110 Jahre in Betrieb.

Grubenfeld und Geologie
Das ursprüngliche Grubenfeld der Zeche Blumenthal befindet sich auf der rechten Seite der Emscher im Bereich der Horst-Recklinghauser Mulde. Die Lagerstätte ist hier von mehreren streichenden Störungen durchzogen. Diese Störungen zerreißen das Kohlengebirge auf eine Länge von bis zu 200 Metern. Zusätzlich bringen diese Störungen einen Verwurf von 80 Metern. Dadurch bedingt ist der Nordflügel der Mulde deutlich tiefer gelagert als der Südflügel. In der Mitte der Mulde liegen die Schichten flach, am südlichen Rand richten sich die Schichten unter einem Winkel von etwa 36 Gon auf. Am nördlichen Rand des Feldes haben die Schichten ein Einfallen von rund 59 Gon. Die Mächtigkeit der bauwürdigen Flöze liegt zwischen 0,75 und 2,75 Metern. Im Westfeld wird das Gebirge durch die Tertiusstörung auf einer Länge von bis zu 400 Metern zerrissen. Durch diese Störung entstehen mehrere kleine Sprünge. Durch diese Sprünge entstehen seigere Verwerfungen von bis zu 600 Metern. In diesem Bereich befinden sich mehrere Flöze der Gasflammkohlenpartie. Im liegenden Feldesteil sind sowohl Gasflammkohlen als auch Fettkohlen vorhanden. Nur wenige der vorhandenen und bauwürdigen Flöze im gesamten Grubenfeld sind ohne Bergemittel. Bei den Flözen mit Bergemittel liegt die Stärke der Bergemittel zwischen 0,1 Metern und 0,6 Metern.

Geschichte

Die Anfänge
Am 17. Oktober des Jahres 1869 wurde die Bohrgesellschaft General Blumenthal gegründet. Bereits im Jahr 1872 wurden die Mutungsbohrungen fündig. Am 8. Mai dieses Jahres wurde in Recklinghausen Stückenbusch in einer Teufe von 150 Lachtern ein Kohlenflöz erbohrt. Am 28. März des Jahres 1873 wurde im Römischen Hof die erste Generalversammlung der neuen Bohrgesellschaft abgehalten. Am 22. April desselben Jahres wurden die Grubenfelder General Blumenthal I und General Blumenthal II verliehen. Am 21. Mai desselben Jahres fand die Wahl des Grubenvorstandes statt. Zum ersten Bergwerksdirektor wurde Rive von Wolfsbank ernannt. Einen Tag darauf wurde die Bohrgesellschaft umgewandelt in die Gewerkschaft Blumenthal. Am 3. August wurden die beiden Einzelfelder General Blumenthal I und General Blumenthal II zum Feld General Blumenthal konsolidiert. Am 1. September des Jahres 1873 erfolgte der erste Spatenstich zur Erstellung des Bergwerks.

Die Erstellung des Bergwerks
Noch im Jahr 1873 wurde mit den Teufarbeiten für den Schacht 1 begonnen. Der Schacht hatte einen Schachtdurchmesser von fünf Metern. Die bei den Teufarbeiten anfallenden Wässer wurden in den Hellbach eingeleitet. Im Jahr 1874 wurde das Feld General Blumenthal III verliehen und im Jahr darauf wurde das Feld General Blumenthal verliehen. Am 18. April des Jahres 1877 erreichte der Schacht bei einer Teufe von 347,25 Metern (- 284,1 m NN) das Karbon. Am 2. Mai desselben Jahres wurden die Felder General Blumenthal, General Blumenthal III und General Blumenthal IV konsolidiert.[6] Außerdem kam es in diesem Jahr aufgrund der eingeleiteten Wässer in den Hellbach zu einem Streit mit der Nachbarzeche Clerget. Im Jahr 1878 wurde bei einer Teufe von 408 Metern (- 334 m NN) die 1. Sohle angesetzt.

Die ersten Betriebsjahre
Die Förderung wurde 1879 aufgenommen, es wurden mit dem Abbau der oberen Flammkohlenflöze begonnen. Im selben Jahr wurde im Schacht 1 bei einer Teufe von 467 Metern (- 393 m NN) die 2. Sohle angesetzt. Am 17. Oktober desselben Jahres meldete die Zeche Clerget dem Königlichen Revierbeamten in Recklinghausen, dass das Abwasser der Zeche Blumenthal am Hof Lechtappe in den Hellbach abfließen würde und dieses stark aggressive Grubenwasser würde den Kesselanlagen der Zeche Clerget schaden. Nach längeren Untersuchungen der Wässer ordnete das Bergamt an, dass die Grubenwässer vor dem Einleiten in den Bach in einem Absetzbecken vorgereinigt werden müssten. In den folgenden Monaten mussten die Teufarbeiten mehrfach unterbrochen werden, da es Probleme mit den Schachtstößen gab. Wegen Wassereinbrüchen musste die Förderung ab dem 13. April des Jahres 1880 für sechs Monate eingestellt werden. Im Jahr 1881 erhielt das Bergwerk einen eigenen Eisenbahnanschluss. Im Jahr 1883 kam es auf dem Bergwerk zu einer Schlagwetterexplosion, hierbei wurden sechs Bergleute getötet. Am 21. Januar 1884 kam es zu einer weiteren Schlagwetterexplosion, die 19 Todesopfer forderte. Die Explosion ereignete sich im Ostfeld in den Flözen 0 und 1/2. Durch dieses Grubenunglück wurde die Untertagebelegschaft um fünf Prozent reduziert. Bei den späteren Untersuchungsarbeiten stellte man fest, dass die Ursache für die Explosion eine defekte Benzinlampe war. Die preußische Kommission zur Untersuchung der Schlagwetter, verfasste eine Vorschrift, aufgrund derer jedes Bergwerk zwei fahrbare Schächte haben musste. Dadurch wurde auch die Bewetterungssituation in den Steinkohlenbergwerken verbessert. Im Jahr 1889 wurde eine Kokerei in Betrieb genommen. Am 27. Februar des Jahres 1890 wurde begonnen, einen weiteren Schacht, den Schacht 2, abzuteufen. Der Schacht hatte einen Durchmesser von fünf Metern. Der Schacht wurde neben Schacht 1 angesetzt. Am 18. April desselben Jahres wurden die Grubenfelder General Goeben und Werder erworben. Die gesamte Berechtsame umfasste nun eine Fläche von 19,7 km2. Im Jahr 1891 wurden die Teufarbeiten an Schacht 1 wieder aufgenommen und der Schacht wurde tiefer geteuft. Am 19. November desselben Jahres wurde der Schacht 2 mit der 1. Sohle durchschlägig. Die Wetterführung wurde umgestellt, Schacht 2 wurde einziehender Schacht und Schacht 1 wurde ausziehender Schacht.

Im Jahr 1892 wurde im Schacht 1 bei einer Teufe von 570 Metern (- 508 m NN) die 4. Sohle angesetzt. Der Schacht 2 wurde im selben Jahr mit der 3. Sohle durchschlägig. Am 1. Februar des darauffolgenden Jahres kam es zu einer weiteren Schlagwetterexplosion bei der 20 Bergleute ihr Leben verloren. Im selben Jahr wurde der Schacht 2 mit der 4. Sohle durchschlägig. Am 22. Juni des Jahres 1895 wurde mit den Teufarbeiten für den Schacht 3 begonnen. Der Schacht hatte einen Durchmesser von 5,6 Metern. Der Schacht wurde in der Nähe des Bahnhofs Recklinghausen angesetzt. Der Schacht lag somit etwa 2,5 km nördlich der Schachtanlage 1/2. Am 19. November des Jahres 1896 kam es auf Blumenthal zu einer weiteren Schlagwetterexplosion, hierbei wurden 26 Bergleute getötet. Aufgrund dieser vielen Unglücke zählte die Zeche General Blumenthal zu den Zechen mit den meisten Schlagwetterexplosionen im Ruhrrevier. Im selben Jahr wurde im Schacht 2 bei einer Teufe von 620 Metern (- 558 m NN) die 5. Sohle angesetzt. Am 26. Mai des Jahres 1897 erreichte der Schacht 3 bei einer Teufe von 509 Metern (- 428,3 m NN) das Karbon. Das Bergwerk gehörte zu dieser Zeit zum Bergrevier Recklinghausen. Bei einer Teufe von 408 Metern wurde die Wettersohle angesetzt. Noch im selben Jahr wurde der Schacht mit der 1. Sohle und der 2. Sohle durchschlägig. Die Kohlenförderung erfolgte hauptsächlich auf der 4. Sohle (570mS). Diese Sohle wurde durch den Schacht 2 bedient. Auf der 5. Sohle (620mS) wurden die Füllörter ausgesetzt und der südliche und der nördliche Hauptquerschlag aufgefahren. Im Jahr 1898 war der Schacht 1 bis zur 5. Sohle in Betrieb. Der Schacht 2 wurde bis zu einer Teufe von 687 Metern tiefer geteuft. Am 1. Juni desselben Jahres wurde im Schacht 3 mit der Förderung begonnen. Am 1. August desselben Jahres wurde mit den Teufarbeiten für den Schacht 4 begonnen. Der Schacht 4 wurde neben Schacht 3 angesetzt. Er hatte einen Durchmesser von fünf Metern. Am 28. September desselben Jahres kam es bei der Seilfahrt zu einem schweren Unglück, hierbei kamen 17 Bergleute ums Leben. Grund für dieses Unglück war ein Übertreiben des Förderkorbes. Auch im Jahr 1899 wurden die Teufarbeiten an den Schächten 2, 3 und 4 weiter fortgeführt. Der Schacht 4 wurde mit der 2. Sohle durchschlägig. Im Jahr 1900 wurde im Schacht 2 bei einer Teufe von 722 Metern (- 660 m NN) die 6. Sohle angesetzt. Im selben Jahr wurde im Schacht 4 mit der Förderung begonnen, gleichzeitig wurde der Schacht weiter geteuft. Im darauffolgenden Jahr wurde im Schacht 4 bei einer Teufe von 620 Metern (- 540 m NN) die 3. Sohle angesetzt.

Der weitere Ausbau des Bergwerks
Im Jahr 1902 begann man mit dem Bau der ersten Koksöfen auf dem Gelände von Blumenthal 3/4. Im selben Jahr mussten 19 Feierschichten eingelegt werden und 574 Beschäftigte entlassen werden. Der Schacht 1 wurde in diesem Jahr bis zur 6. Sohle geteuft und Schacht 3 mit der 3. Sohle durchschlägig. Im Jahr 1903 kam es zu einem Eigentümerwechsel, neuer Eigentümer wurde die Hibernia AG. Der Hibernia AG gelang es jedoch auf der außerordentlichen Generalversammlung zunächst nicht, alle 1000 Kuxe zu erwerben, sondern nur 984 Kuxe. Am 5. Februar des Jahres 1904 wurde mit den Teufarbeiten für den Schacht 5 begonnen. Das Bergwerk war zu dieser Zeit das tiefste Bergwerk im gesamten Oberbergamtsbezirk. Der Schacht hatte einen Durchmesser von fünf Metern. Der Schacht war geplant, um die Förderwege zu den Gasflammkohlenpartien zu verkürzen. Außerdem sollte mit dem Schacht eine bessere Bewetterung der Grubenbaue erzielt werden. Anfang desselben Jahres konnten die restlichen 16 Kuxe erworben werden. Infolgedessen konnte am 26. April die Umschreibung des Bergwerkseigentums erfolgen. Durch den Ankauf der Zeche General Blumenthal erhöhte sich auch der Anteil der Hibernia AG am Kohlensyndikat. 1904 wurde auf dem Gelände der Schachtanlage 3/4 eine Kokerei in Betrieb genommen. Aufgrund des hohen Methangehaltes der Kohle erreichte der Methangehalt im Abwetterstrom einen Wert von 0,48 Prozent. Bei der täglichen Förderung des Bergwerks entsprach dies einer Menge von 38.700 m3 Methan. Im selben Jahr wurde am Stuckenbusch der Wetterschacht 5 abgeteuft. Bei einer Teufe von 316 Metern erreichte der Schacht das Karbon. Am 28. September desselben Jahres stürzte eine Bühne im Schacht ab, hierbei starben acht Menschen. Im Jahr 1905 wurde das Grubengebäude von Blumenthal 1/2 mit dem Grubengebäude Blumenthal 3/4 durchschlägig. Der Durchschlag zwischen den beiden Baufeldern erfolgte auf der 5. Sohle. Im selben Jahr wurde im Schacht 5 bei einer Teufe von 390 Metern die 1. Sohle und später bei einer Teufe von 496 Metern die 3. Sohle angesetzt. Anschließend wurde der Schacht in Betrieb genommen. Im darauffolgenden Jahr wurde das Baufeld 1/2 auf der 1. Sohle mit dem Schacht durchschlägig.[1] Im 17. August des Jahres 1908 wurde mit den Teufarbeiten für Schacht 6 begonnen. Der Schacht hatte einen Durchmesser von 6,6 Metern.[6] Der Schacht 6, auch Schacht Harz genannt, wurde neben Schacht 1/2 angesetzt. Im selben Jahr wurde im Schacht 2 bei einer Teufe von 915 Metern (- 853 m NN) die 9. Sohle angesetzt. Im Jahr 1909 wurde auf dem Baufeld Blumenthal 3/4 im Unterwerk die 4. Sohle angesetzt. Der Schacht 1 wurde mit der 8. Sohle durchschlägig. Im Jahr 1910 wurde der Schacht 3 bis zur 4. Sohle tiefer geteuft. Im Jahr darauf wurde der Schacht 6 bis zur 5. Sohle geteuft.

Am 27. März des Jahres 1912 wurde im Schacht 6 mit der Förderung begonnen. Am selben Tag wurde auch die Kokerei auf Schacht 6 in Betrieb genommen. Nur wenige Monate später wurde am 27. September die Kokerei auf Schacht 5 in Betrieb genommen. Ab 1914 wurde Schacht 1 nur noch als Wetterschacht genutzt und die dortige Kokerei stillgelegt. 1928 wurde der Betrieb der Kokereien auf Schacht 5 und 6 eingestellt. Im selben Jahr erfolgte auf der 4. Sohle der Durchschlag der Anlage Blumenthal 1/2/6 mit der Anlage Blumenthal 1/2. Außerdem wurde in diesem Jahr Schacht 5 aufgegeben und stillgelegt. Am 18. August des Jahres 1930 wurden die beiden Anlagen Blumenthal zu einer Anlage Blumenthal 1/2/6 zusammengelegt. Nachdem der fördertechnische Zusammenschluss fertig war, wurde die Förderung auf Blumenthal eingestellt. Bei einer Kohlenstaubexplosion am 3. Juli 1933 am übertägigen Leseband der Schachtanlage 1/2/6 starben zwölf Menschen, davon sechs Berglehrlinge. Am 3. Juli 1937 kam es zu einer Schlagwetterexplosion. Bei diesem Grubenunglück kamen 15 Bergleute ums Leben. Am 6. Juni des Jahres 1940 begannen die Teufarbeiten für Schacht 7. Der Schacht wurde im Westfeld etwa 3,5 Kilometer nördlich der Anlage Blumenthal 1/2/6 angesetzt. Der Schacht hatte einen Durchmesser von sechs Metern. Im selben Jahr wurden die Teufarbeiten an Schacht 4 weiter geführt und der Schacht tiefer geteuft. Im darauffolgenden Jahr wurde am 4. April im Schacht 3 begonnen, den Schacht beginnend ab der 4. Sohle tiefer zu teufen. Der Schacht wurde bis zur 8. Sohle geteuft. Am 15. Februar des Jahres 1942 erreichte der Schacht 7 bei einer Teufe von 502,2 Metern das Karbon. Am 15. Mai desselben Jahres kamen bei einem Grubenbrand auf der Schachtanlage 1/2/6 sechs Bergleute ums Leben. Am 17. Februar des Jahres 1943 wurde an Schacht 7 der neue Grubenlüfter in Betrieb genommen. Im selben Jahr wurde mit der Ausrichtung der 8. Sohle begonnen. Im darauffolgenden Jahr wurde der Schacht 7 als neuer Wetterschacht in Betrieb genommen.

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