Schachtturm der Zeche Osterfeld Schacht 4 in Oberhausen

Nach 1905 wurde begonnen, den Grubenbetrieb technisch zu verbessern. In der Streckenförderung wurden Grubenloks eingesetzt, die 170 Grubenpferde wurden nach und nach aufs Altenteil geschickt. In der Hauptwasserhaltung wurden die zwei dampfgetriebenen Pumpen gegen zwei elektrische Kreiselpumpen ausgetauscht. Der Strom für die beiden Pumpen wurde von einem übertägig installierten Generator erzeugt. Trotz der Bewetterung über drei Schächte blieben die Grubenbaue von Osterfeld stark schlagwettergefährdet. Insbesondere die weitere Ausdehnung des Grubengebäudes zwang die Werksleitung zum Handeln.[3] Aus diesem Grund wurde im Jahr 1912 begonnen, den Wetterschacht 4 abzuteufen. Der Schacht befand sich im Nordfeld, 1,7 Kilometer nördlich der Schächte 1 bis 3.[1] Im Sommer desselben Jahres kam es auf der Zeche Osterfeld zu einem weiteren Grubenunglück. Bei einer Schlagwetterexplosion, die sich am 3. Juli ereignete, verloren 16 Bergleute ihr Leben.[5] Bei der bergbehördlichen Untersuchung des Unglücks wurde als Ursache für diese Explosion menschliches Fehlverhalten festgestellt.[3] In einem Aufbruch waren zwecks Sprengung fünf Bohrlöcher erstellt worden. Bei diesen Bohrarbeiten war ein Kohlenflöz mit angebohrt worden. Bei den folgenden Sprengarbeiten war, anstelle des für solche Sprengungen vorgeschriebenen Wettersprengstoffes, Dynamit verwendet worden. Die Detonation des Sprengstoffes entzündete das aus den Bohrlöchern ausströmende Methan, das aus dem angebohrten Kohlenflöz ausströmte.[5] Im Jahr 1914 erreichte der Wetterschacht 4 bei einer Teufe von 314 Metern das Karbon. Es wurde ein Durchschlag mit der 2. Sohle erstellt.

Im Jahr 1935 wurde begonnen, den Schacht 4 tiefer zu teufen. Im Jahr darauf wurde bei einer Teufe von 780 Metern (-740 m NN) die 5. Sohle angesetzt. Im Jahr 1938 wurde im Schacht Sterkrade 1, bei gleicher Teufe, die 5. Sohle angesetzt.[1] Aufgrund der Steigerung der Produktion im deutschen Steinkohlenbergbau kam es zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland. Eine weitere Steigerung war zu dieser Zeit bei dem Stand der Bergbautechnik nicht möglich und konnte nur mit mehr Arbeitskräften erbracht werden. Aus diesem Grund wurde am 1. April des Jahres 1938 vom NS-Regime die sogenannte „Göring-Verordnung“, mit der die Arbeitszeiten von 8 3/4 auf 9 3/4 Stunden erhöht wurden, eingebracht. Dennoch fehlten auch auf der Zeche Osterfeld eine Vielzahl an Arbeitern und trotz steigender Belegschaftszahlen konnten nicht alle freien Arbeitsplätze belegt werden.

Der zerstörte Schacht 3 wurde von 1948 bis 1950 wiederhergestellt[7] und am 8. Mai des Jahres 1950 wieder in Betrieb genommen.[1] Zu Ehren des früheren Direktors der GHH AG Paul Reusch wurde der Schacht in „Paul-Reusch-Schacht“ umbenannt.[2] Am Schacht Osterfeld 4 wurde in diesem Jahr ein neuer Grubenlüfter in Betrieb genommen. Schacht 4 übernahm ab diesem Zeitpunkt einen Teil der Abwetter der Zeche Osterfeld. Am 28. Mai des Jahres 1952 wurden die Zechen Osterfeld, Franz Haniel und Jacobi aufgrund eines Erlasses der alliierten Besatzungsmächte aus dem GHH ausgegliedert. Die Zechen wurden in eine neugegründete Gesellschaft, die Bergbau AG Neu Hoffnung, überführt. Mitte der 1950er Jahre waren die Förderanlagen im Schacht 1 technisch so sehr veraltet, dass sie nicht mehr den Anforderungen genügten. Um die Förderanlagen zu modernisieren, wurden die Seilfahrt und die Materialförderung ab dem Jahr 1956 größtenteils über den Schacht Osterfeld 4 getätigt. Im Jahr darauf wurde das Bergwerk wieder in die HOAG eingegliedert.

Im Jahr 1982 wurde die 7. Sohle zwischen Schacht 4 und den Schächten 5 und 6 durchschlägig. Im Jahr 1983 wurde der Schacht 6 bis zur 7. Sohle befahrbar.[1] Aufgrund der klimatischen Schwierigkeiten im Nordfeld wurde im Jahr 1983 am Nordschacht eine Wetterkühlmaschine mit einer Kälteleistung von 7.5 Megawatt in Betrieb genommen. Um die untertägigen Betriebe mit genügend Baustoff zu versorgen, wurde eine zentrale Baustoffversorgung installiert.[8] Im Jahr 1984 wurde der Schacht 4 mit einem neuen Fördergerüst ausgestattet. Das Grubenfeld umfasste zu diesem Zeitpunkt eine Fläche von 44,5 km2.[1] Der größte Teil des Grubenfeldes lag unter dem nördlichen Teil der Stadt Oberhausen. Nur im Westen und Norden lag das Grubenfeld geringfügig unter den Gebieten der Städte Dinslaken und Duisburg.

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Zum Dörnbusch 1
46119 Oberhausen

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1 Antwort
  1. Hans-Josef Papierz
    Hans-Josef Papierz says:

    Ich, jetzt 71 Jahre alt bin im Schatten von Schacht 4 geboren und auch die ersten Jahre danach habe ich oft meine Oma besucht .Sie hat dort auf Stemmersberg gewohnt. Schacht 4 ist ein Fixpunkt in meinem Leben.
    Mein Opa ist im Jahr 1933 auf Schacht 4 bei einem Unglück ums Leben gekommen. Meine Oma stand dann als Witwe mit
    5 Kindern allein da. 2 sind in der Folgezeit und an den Kriegsfolgen gestorben .
    Ich denke gerne an die Zeit bei ihr und mit ihr zurück , sie war eine starke liebe Frau und wurde fast 100 Jahre alt.
    Ich wohne heute weit weg von Oberhausen aber einmal im Jahr zieht es mich dorthin zurück und die Vergangenheit wird wieder lebendig. in Gedenken an Anna Maurer.

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