Zeche Rossenray in Kamp-Lintfort

Die Schachtanlage Rossenray war eine Steinkohlenzeche im nördlichen Stadtgebiet von Kamp-Lintfort.

Geschichte

Planung
Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwarb die Firma Friedrich Krupp AG einen größeren Grubenfeldbesitz im Bereich der Gemarkung Rossenray, Saalhoff und Rheinberg im Bereich der heutigen Stadtgebiete von Kamp-Lintfort und Rheinberg. Es wurde die Bergrechtliche Gewerkschaft Rossenray gegründet, an deren Anteilsscheinen (Kuxe) die Firma Friedrich Krupp die Mehrheit besaß.

Vorarbeiten
Vor dem Ersten Weltkrieg wurde mit den Vorarbeiten zur Errichtung einer Doppelschachtanlage begonnen. Der Erste Weltkrieg ließ die Arbeiten dann aber zum Erliegen kommen.

Erst 1937 wurden die Vorarbeiten für die Schachtanlage wiederaufgenommen. 1943 wurde mit dem Gefrierprozeß für die beiden Schächte begonnen. Das Ende des Zweiten Weltkrieges unterbrach die Teufarbeiten wiederum. Die Gewerkschaft Rossenray wurde einstweilen liquidiert und gestundet.

Trotz der beginnenden Kohlekrise begann die neu gegründete Krupp’sche Nachfolgegesellschaft Bergwerke Essen-Rossenray AG die Teufarbeiten 1957 wieder aufzunehmen. Die Schachtanlage Rossenray wurde als moderne Anschlussanlage konzipiert.

Nach einem provisorischen Beginn sollte die Anlage zu einer Zentralanlage mit 3 Schächten, Kraftwerk und Kokerei ausgebaut werden. Schacht 1 und 2 sollten gleichberechtigte Förderanlagen werden und der zusätzlich abzuteufende Schacht 3 die Seilfahrt und Materialförderung übernehmen.

Betrieb
Im Jahre 1963 erreichten Schacht 1 und 2 die Endteufe. Zunächst ging Schacht 2 mit einer kleinen Förderanlage und einer provisorischen Aufbereitung in Betrieb, Schacht 1 wurde lediglich offengehalten.

Am 16. Februar 1966 ereignete sich im Baufeld Rossenray eine Schlagwetterexplosion, die 16 Bergleute das Leben kostete.[1][2]

Am 27. November 1968 wurde die Schachtanlage Rossenray in die neu gegründete Ruhrkohle AG eingebracht. Ab 1969 wurde die Anlage mit der Schachtanlage Pattberg als eine Werksdirektion geführt.

Die Jahresförderung betrug zu dieser Zeit 950 000 t Kohle.

Die Ruhrkohle AG entschloss sich, die Schachtanlage Rossenray als Anschlussanlage auszubauen, allerdings in verkleinerter Version als ursprünglich geplant. 1970 wurde Schacht 1 mit einer neuartigen Gefäßförderung ausgestattet. Der hierzu errichtete Betonförderturm sollte in einem separaten Anbau die Aufbereitungsanlagen enthalten. Das entstandene kreuzförmige Gebäude wurde zu einer charakteristischen Landmarke. Der für Schacht 2 geplante baugleiche Turm wurde nicht ausgeführt, die kleinere Fördereinrichtung mit einem Kastenprofil-Strebengerüst blieb in Betrieb. Weiterhin wurde die Planung des Schachtes 3 sowie der Kohlenwertstoffanlagen ad acta gelegt. Im Jahre 1971 erfolgte der Zusammenschluss der Werksdirektionen Pattberg/Rossenray sowie der Schachtanlage Rheinpreußen 5/9 zum Verbundbergwerk Rheinland. Die Schachtanlage Rossenray übernahm weiterhin Seilfahrt, Material- und Bergeförderung für diese Anlage.

Im Jahr 2003 wurde auf Rossenray die sogenannte „AVSA 02“ in Betrieb genommen. Die „AVSA“ war eine, speziell für die DSK entwickelte, Vortriebsmaschine der Österreichischen Voest Alpine Bergtechnik Ges.m.b.H. und der Montanuniversität Leoben die auf Prosper-Haniel im Einsatz war.[3] Die „AVSA 02“ definierte sich als Nachfolgemaschine durch einen noch höheren Automatisierungsgrad und die maximale Vortriebshöhe auf 8,20 m. Die besonderen Eigenschaften dieser Maschine waren das sie zur selben Zeit schneiden und ankern konnte (Alternatives Vortriebssystem Schneiden und Ankern) und somit die Entwicklungsgeschwindigkeit der Strecken erhöht werden konnte.[4]

Zum 1. Mai 2011 hatte die Zeche Rossenray ihren übertägigen Betrieb eingestellt. Ein Großteil der Beschäftigten arbeitete noch bis Ende 2012 im Bergwerk West, früher Friedrich-Heinrich. Die dortige Kohleförderung wurde, bedingt durch die Einstellung des subventionierten Steinkohlebergbaus in Deutschland, mit der letzten Förderschicht am 21. Dezember 2012 beendet. Damit gehört am Niederrhein der Kohlebergbau zur Vergangenheit.[5]

Kunst
Der Künstler Mischa Kuball errichtete 1999 die Lichtkunstinstallation „Yellow Marker“. Sie besteht aus zwei Standorten: dem auffallenden, kubischen Förderturm von Schacht Rossenray in der Rheinberger Straße in Kamp-Lintfort und der inzwischen stillgelegten Schachtanlage der Zeche Königsborn III/IV im 80 km östlich gelegenen Bönen. Jeweils zwei gegenüberliegende Ecken der Türme werden nachts mit gelben Leuchtröhren erhellt. Die beiden Kunstwerke stellen die „West-“ und „Ostpole“ des Industrie- und Kulturraumes Ruhrgebiet dar.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Schachtanlage Rossenray aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Für die Anreise mit dem Navi geben Sie bitte folgende Adresse ein:

Rheinberger Straße 400
47475 Kamp-Lintfort

Geodaten: 51.517136, 6.557163  (kopieren und einfügen bei Google Maps)

Ihre Meinung ist wichtig!

Wenn Sie den „Schachtturm der Zeche Rossenray“ in Kamp-Lintfort schon kennen, bewerten Sie diesen bitte:

Zeche Rossenray
8 (80%) 1 vote

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

1688 Besuche gesamt: 1 Besuche heute: